Was ist ein Problemkredit?
In jedem Kreditengagement liegt - auch bei noch so guter Überprüfung der Fakten - ein nicht auszuschließendes Ausfallrisiko. Ausfallgefährdete Kredite können „Probleme“ bereiten und werden daher häufig als „Problemkredite“ bezeichnet. Die Richtlinien des KWG und der MaRisk fordern zudem, dass “Problemkredite“ separiert bearbeitet werden müssen. Damit ist zusätzlich zu einem Ausfallrisiko ein erheblicher personeller und technischer Mehraufwand für die betroffenen Banken verbunden. Gleichzeitig ermöglichen diese Vorschriften aber auch das Outsourcing der Bearbeitung und unter bestimmten Umständen den Verkauf ausfallgefährdeter Kreditforderungen.
Welche Geschäftsfelder bearbeitet die BAG Bankaktiengesellschaft?
Wir sind Ihr Partner für Problemkredite im genossenschaftlichen FinanzVerbund. Im Outsourcing bearbeiten wir betreuungsintensive Kreditengagements für unsere Partnerbanken. Wir verfügen über ein bewährtes und vielseitiges Instrumentarium, um alle notwendigen Prozesse zur Rückführung der ausgereichten Kreditmittel durchzuführen. Bei Bedarf binden wir spezialisierte Konzerngesellschaften in die Bearbeitung ein, z. B. im Bereich Immobilienverkauf oder Inkassodienstleistungen.
Der Ankauf ausfallgefährdeter Forderungen gehört ebenfalls zu unseren Aufgaben. In Abgrenzung zu anderen Anbietern in diesem Segment, liegt unser Fokus hierbei unter Beachtung genossenschaftlicher Grundsätze in erster Linie auf der Sanierung des Kreditnehmers. Wir arbeiten hier mit erfahrenen Branchenkennern zusammen, deren Sanierungskonzepte wir vielfach erfolgreich umgesetzt haben.
Was ist die Sicherungseinrichtung?
Die Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR) sichert den Bestand der genossenschaftlichen Kreditinstitute, wenn diese in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten; insbesondere wird die Liquidität und Solvenz gesichert. Sie ist durch eine Satzung geregelt. Alle angeschlossenen Banken leisten solidarische Beiträge zu dem genossenschaftlichen Sicherungssystem.
Wie ist die Eigentümerstruktur der BAG Bankaktiengesellschaft?
Die BAG Bankaktiengesellschaft ist eine eigenständige AG mit dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR) als 99,9-prozentigem Aktionär.
Wie ist die BAG Bankaktiengesellschaft organisiert?
Die BAG ist ein Kreditinstitut und ein Verbundunternehmen des FinanzVerbundes der Volksbanken und Raiffeisenbanken. Die BAG arbeitet als „Kompetenz-Zentrum“ ähnlich wie eine Fachabteilung für Problemkredite innerhalb einer Volksbank Raiffeisenbank. Als Bank wird die BAG dabei stets die berechtigten Interessen der Kreditnehmer und der Kreditgeber beachten.
Die BAG besteht aus einer zentralen Verwaltung in Hamm, einer zentralen Kreditbearbeitung in Unna und mehreren Repräsentanzen in Deutschland.
Wie kam es zur Gründung der BAG Bankaktiengesellschaft?
Die BAG Bankaktiengesellschaft mit Sitz in Hamm ist ein Spezialinstitut des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR), das sich mit der Bearbeitung leistungsgestörter Kredite seiner Mitgliedsbanken befasst. Sie ist aus einer 1984 aufgetretenen Krise bei einer der damals größten Primärbanken des genossenschaftlichen Bankenverbundes entstanden. Die ehemalige Hammer Bank Spadaka eG sollte nach ihrem Scheitern eigentlich komplett abgewickelt werden. Doch mit der Zeit erkannten die Verantwortlichen vor Ort sowie beim BVR in Bonn, das sich dort umfangreiches Know-how rund um die Bearbeitung problematischer Kreditengagements konzentriert hatte. So wurde 1987 aus der Abwicklungsbank eine Aktiengesellschaft - die BAG Bankaktiengesellschaft in Hamm.