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BAG Bankaktiengesellschaft feiert Jubiläum

Lob für die Entwicklung vom Sanierungsfall zum Kompetenzzentrum für die Bearbeitung von Problemkrediten

Hamm, 15. Juli 2010 - Als Jubiläumshauptversammlung war die diesjährige Hauptversammlung der BAG Bankaktiengesellschaft, die heute im Kurhaus Bad Hamm stattfand, ausgestaltet. Neben einer Vielzahl von genossenschaftlichen Bankvorständen, Verbandsvorständen und Gästen aus Politik und Gesellschaft nahmen mehrere hochrangige Vertreter des genossenschaftlichen FinanzVerbundes, unter Ihnen Gerhard Hofmann, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR) und Werner Böhnke, Vorstandsvorsitzender der WGZ BANK AG, an der Versammlung teil und nutzten den Anlass, um die Stärke des genossenschaftlichen FinanzVerbundes gerade in Krisensituationen hervorzuheben. Hofmann bezeichnete die BAG als gelungenes Beispiel für die Bewältigung einer Krise, ohne auf Staatshilfen zugreifen zu müssen. Er ging dabei auf die geschichtliche Entwicklung der BAG Bankaktiengesellschaft vom Sanierungsfall „Hammer Bank“ in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts bis hin zum heutigen Kompetenzzentrum für die Bearbeitung von Problemkrediten ein und stellte die bei der BAG angehäufte Expertise im Umgang mit allen Fragen rund um den Problemkredit in den Vordergrund. Durch den Einsatz der BAG Bankaktiengesellschaft sei es in den vergangenen beiden Jahrzehnten mehrfach gelungen, Schaden für den genossenschaftlichen FinanzVerbund abzuwenden oder zu minimieren, ohne dass auf Steuergelder zurückgegriffen werden musste  Den von der Europäischen Union verfolgten Plänen, ein einheitliches, verbundübergreifendes Sicherungssystem zu installieren, erteilte er erneut eine deutliche Absage. Es könne nicht sein, dass diejenigen, die in der vergangenen Krise als Stabilitätsanker gedient hätten, nun durch Quersubventionierung von Konkurrenten für ihre Erfolge bestraft würden, so Hofmann. Unterstützung erhielt Hofmann von Professorin Theresia Theurl, der Leiterin des Institutes für Genossenschaftswesen der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. In Anwesenheit von Vertretern weiterer Hochschulen unterstrich sie in ihrem Festvortrag die Zukunftsfähigkeit der genossenschaftlich organisierten Kreditinstitute und ihrer auf dem Prinzip des Institutsschutzes basierenden Sicherungseinrichtung.

Im Rahmen seines Berichtes über das Geschäftsjahr 2009 ging der Vorstandsvorsitzende der BAG, Udo Wittler, auf die abgeschlossene Neuorientierung der BAG ein. Tätigkeitsschwerpunkt der BAG sei nun immer mehr die Sanierungsbegleitung mittelständischer Unternehmen. Er unterstrich dabei die Wichtigkeit einer möglichst frühzeitigen Einschaltung von Experten, um Unternehmen in Krisensituationen nachhaltig helfen zu können. Gleichzeitig stellte  Wittler das Alleinstellungsmerkmal der BAG heraus, nämlich Kreditinstitut mit Vollbanklizenz zu sein und sanierungsfähigen Kreditnehmern damit in der Krise auch mit frischem Geld zur Verfügung stehen zu können. „Unsere Konkurrenz fokussiert sich vor dem Ziel der Gewinnmaximierung auf eine möglichst schnelle Verwertung der vorhandenen Sicherheiten. Das kann, allein schon aufgrund des genossenschaftlichen Förderprinzips, nicht unsere primäre Absicht sein!“, so Wittler.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat die BAG Problemkredite mit einem Bearbeitungsvolumen i.H. von rd. 200 Mio. € zur Bearbeitung im Rahmen des Outsourcing übernommen bzw. angekauft und sich damit geringfügig unterhalb des Vorjahresniveaus (218 Mio. €) bewegt. Erstmals wurden dabei auch Kredite von Sparkassen im Rahmen des Outsourcings zur Bearbeitung an die BAG übertragen. Besonders gut angenommen wurde von den Primärbanken des genossenschaftlichen FinanzVerbundes das Angebot der BAG-Gruppe, Wertpapiere der Lehman Brothers Holding-Gruppe anzukaufen, nachdem eine Tochtergesellschaft zuvor bereits die gebündelte Durchsetzung der Forderungen gegenüber dem Insolvenzverwalter übernommen hatte. Nahezu 100 Primärbanken haben von diesem Angebot Gebrauch gemacht. Auch hier habe Nachfrage aus dem Bereich der Sparkassen-Gruppe bestanden, so Wittler: „Da wir keine verbundfremden Risiken übernehmen, haben wir jedoch von einem Ankauf abgesehen.“

Insgesamt war die Entwicklung des Geschäftsjahres 2009 von einem planmäßigen Rückgang der Bilanzsumme um 6,6% von 2.916 Mio. € auf 2.724 Mio. € geprägt. Dieser ist im Wesentlichen auf den Abbau des bankeigenen Immobilienbestandes um 12,6% auf 278 Mio. € zurückzuführen, während sich der Forderungsbestand um 4,39% auf 2.442 Mio. € reduzierte. Die Gewinn- und Verlustrechnung zeigt für 2009 ein ausgeglichenes Ergebnis in Form einer „schwarzen Null“, wobei auch die BAG von der günstigen Zinslandschaft profitierte. Nach dem Abschluss der Umstrukturierungsmaßnahmen, die 2008 begonnen hatten, waren zum Jahresende 2009 noch 137 Beschäftigte für die BAG tätig.

„Erfolgreich“, so Wittler, seien die ersten Monate des Geschäftsjahres 2010 verlaufen. Dies sei sowohl aus den Erfolgen bei der Problemkreditbearbeitung ablesbar, als auch aus der anziehenden Nachfrage nach den Dienstleistungen der BAG: „Die Primärbanken haben erkannt, dass ihnen die BAG aufgrund ihres Know-hows auch in wirtschaftlich erfolgreichen Zeiten einen Mehrwert bieten kann. Eine Zusammenarbeit mit der BAG zeigt, dass sich die abgebende Bank neu positioniert und auf ihre Kernkompetenz konzentriert, ohne ihren Förderauftrag aus den Augen zu verlieren.“ Bis zum 30.06.2010 betrug des Volumen der zur Bearbeitung übernommenen oder angekauften Problemkredite 105 Mio. €.

Geschäftsentwicklung 2006 - 2009 (in Mio. Euro)

Übernommene Problemkredite 2006 – 2009 (in Mio. Euro)

Entwicklung des Kreditvolumens 2006 – 2009 (in Mio. Euro)

Service

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